20.-23. August 2018

 

Vor einem Jahr widmeten sich die Literaturtage Lana dem Werk und der Person Ezra Pounds, der letzte Cantos auf der benachbarten Brunnenburg geschrieben hatte. Mit dem Blick zurück auf diese widersprüchliche Figur war bereits die Frage nach der Rolle der Dichtung in der modernen Gesellschaft gestellt. Das diesjährige Festival greift die verwickelten Zusammenhänge von Kunst und Gegenwart noch einmal auf. Herangetragen an die Sprache als Austragungsort und Mittel dichterischen Denkens, zielt es dabei auf den Brennpunkt, der die Form der Dichtung immer auch als Haltung ausweist und im ästhetischen Ausdruck ein zeitgeschichtliche Bewusstsein erkennt.

 

 

19. Juni 2018, 18.00

Marina Zwetajewa gilt neben Anna Achmatowa als bedeutendste russische Dichterin des 20. Jahrhunderts. Uneingeschränkt in einer Unbedingtheit, maßlos in einer Empfindsamkeit, stolz selbst in der Erniedrigung und schonungslos sich selbst und dem Leben gegenüber, das eins mit dem Schreiben war – die Erfahrungen der Zwetajewa waren wie ihre Dichtung nie anders als radikal. Die Dimension der Intensität ging in ein umfangreiches lyrisches Werk voll dichter Musikalität ein, von formalen Neuerungen und Eigenarten, Dissonanzen und Diskrepanzen. Die Dringlichkeit dazu bezog die Dichterin aus einer widerspenstigen Vitalität und aus der Überzeugung, nur über das dichten zu können, was sie kannte.

24. Mai 2018; 20.00

Über eineinhalb Jahrzehnte lang schrieb Marcel Proust an dem Monumentalwerk, dessen erster Teil 1913 unter dem Titel „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ erschien und in seinem ganzen Umfang bis 1927 ein Jahrhundertwerk werden sollte. Ungeheuer komplex ist nicht nur sein Inhalt und kompromisslos seine literarische Methode. Schwierig ist auch seine Entstehungsgeschichte, zu der Proust durch ein nicht enden wollendes Überarbeiten beigetragen hatte. Dabei veränderte und verwandelte er kein Kapitel so oft wie das erste des ersten Bandes, der ursprünglich den Titel „Das Flimmern des Herzens“ trug.

 

13. April 2018, 20.00

1877 veröffentlicht Gustave Flaubert in Frankreich sein letztes Buch, an dem er drei Jahrzehnte gearbeitet hat. Für viele ist es sein vollkommenstes Werk. Félicité, die Magd, die ein „schlichtes Herz“ voller Hingabe und Liebe an die anderen verschenkt, zuletzt an Flauberts berühmten Papagei; Julian, der seine Eltern ermordet und doch ein Heiliger wird; Salome, die tanzt, bis sie den Kopf Johannes‘ des Täufers bekommt – das sind drei unvergessliche Gestalten, drei ganze Leben auf wenigen Seiten. Niemals hat Flaubert so kraftvoll erzählt und dabei so gelassen und einfühlend. Fünf Jahre nach ihrer gefeierten Neuübersetzung der „Madame Bovary“ legt Elisabeth Edl auch diese „Drei Geschichten“ vor, eines der schönsten Bücher der französischen Literatur.

29. März 2018, 19.00 Uhr

Wortgewaltig und erfindungsreich treiben sie die deutsche Poesie der Gegenwart voran: Bei Oswald Egger und Durs Grünbein ist das Gedicht immer sprachlicher Erkenntnisraum. In einer virtuosen Fülle an Stimmen und Quellen, an Fragmenten und Referenzen spielen sie die Möglichkeiten eines umfassenden Wissens mit allen Mitteln der Wirkung und Wahrnehmung aus. Nichts ist nicht fundiert durchwirkt und überprüft in der Reflexion von Sprache. Nichts ist nicht gedacht oder nichts nicht erdacht.

19 marzo 2018, 18.30

"Sincope è per me il resoconto di un tempo debole, uno spostamento di accento. Così sento le mie ultime scritture, sono l'espressione di un'agitazione. Il loro accento si sposta sulla mia condizione di una quotidianità che vuole e che anche desidera mancare di stabilità. Personalmente la reputo una qualità. Sono, soprattutto nel modo di scrivere, una deviazione, seguono, anzi meglio, vogliono seguire una direzione diversa, non più quella "ordinaria" della poeta che accoglie ogni gesto, ogni silenzio del maso, o della malattia, in qualche modo ben basato ed equilibrato, e che si muove in una capacità di resistenza. Qui parlo del corpo e della sua solitudine. E nelle mie solitudini c'è sempre un'alterazione un po' più elevata, il malessere è una mia realtà che non riesco a evitare". (Roberta Dapunt)

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