24. Mai 2018; 20.00
Hofmannplatz 2, Lana
Über eineinhalb Jahrzehnte lang schrieb Marcel Proust an dem Monumentalwerk, dessen erster Teil 1913 unter dem Titel „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ erschien und in seinem ganzen Umfang bis 1927 ein Jahrhundertwerk werden sollte. Ungeheuer komplex ist nicht nur sein Inhalt und kompromisslos seine literarische Methode. Schwierig ist auch seine Entstehungsgeschichte, zu der Proust durch ein nicht enden wollendes Überarbeiten beigetragen hatte. Dabei veränderte und verwandelte er kein Kapitel so oft wie das erste des ersten Bandes, der ursprünglich den Titel „Das Flimmern des Herzens“ trug.  

 

Stefan Zweifel hat die bislang verschollene Version der Urfassung dieses ersten Bandes erstmals ins Deutsche übersetzt. Er stellt die beiden Versionen des Romans einander gegenüber und zeigt einen Ausgangspunkt für das Denken und Schreiben Prousts und das Spektakuläre dieses modernen Werks: Das mit Lindenblütentee getränkte Gebäck Madeleine, aus der seine Kindheitserinnerungen aufsteigen, die sadistischen Rituale von Mlle de Vinteuil, die mit ihrer Geliebten das Portrait ihres toten Vaters entweiht, das endlose Ringen um einen Gutenachtkuss von Maman, die erste Liebe zu einem Mädchen zwischen Weißdornhecken und die an Claude Monet geschulte Beschreibung der Flusslandschaft von Combray.

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