Als 2001 in England unerwartet W.G. Sebald verstarb, verlor die deutsche Gegenwartsliteratur einen der stärksten, einzigartigsten und eigenwilligsten Dichter. Gerade in den USA, in Großbritannien und Frankreich genoss er so große Aufmerksamkeit, dass er - nicht ohne Einfluss von Susan Sonntag - gar als Nobelpreisträger gehandelt wurde. In einer unverwechselbaren Rhythmik und Melodik der Sprache, die die Melancholie des Atmosphärischen und Flüchtigen mit trägt, spürt Sebald in seinem Werk stets dem Schicksal von Außenseitern, Ausgewanderten und vertriebenen Juden nach. Rekonstruktionen des Vergangenen, Sammlungen von Dokumenten und Recherchen von mündlichen sowie schriftlichen Überlieferungen untermauern Sebalds unermüdliche Frage nach der Funktion von Erinnerung und Gedächtnis, dem ein dauernder Appell gegen die Erinnerungslosigkeit voran steht. Nicht weniger (aber auch nicht unumstritten) trägt eine Poetik des Ephemeren das Werk Sebalds, die zwischen Wirklichkeit und Phantasie flirrt und fast geheimnisvoll Bezüge ineinander verwebt. Dem Schmerz über das Schicksal der Menschen und die Trauer über die deutsche Vergangenheit hat Sebald die Bezeichnung der „Dichters der Toten" eingebracht. Die Kulturtage Lana 09 widmen W.G. Sebald eine Hommage und präsentieren in Vorträgen, Lebenserzählungen, einem Bezug zum großen Dichter und Freund Michael Hamburger sowie einem vielbeachteten Filmportrait Aspekte von Sebalds Leben und Werk.    
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