In dem Gedichtband „Massenhaft Tiere" lockt Mikael Vogel (*1978) aus Berlin auf eine lyrische Fährtenlses durch die Welt der Tiere, durch die Lüfte, unter die Erde und in die Abwasserrohre, in die Massentierhaltungen, die Tattoos und Zoos. In einem Netz von Assoziationen, Bildern und Du-Bezügen zieht er eine klare, sprachbewusste Spur poetischer Aussage, die Traditionslinien von Blake bis Mayröcker aufgreift und - wie im Fall der Tiergedichte und Tierfiguren des letzten Bandes - aphoristisch, witzig und mitunter listig in die facettenreiche Rede des Tiers einsteigt.

Dagegen transportieren die Miniaturen von Andreas Neeser - Kürzestgeschichten, Gedichte und Notate im Band „Die Sonne ist ein nasser Hund" - eine Kargheit, die auf phantastischen oder experimentellen Bezugsreichtum verzichtet. Sie bewegen sich austariert sicher zwischen dem Ausgesparten des Sagens und der reduktiven Form des Sagens und suchen darin das Wesen der Kleinen Form.
Mit den einfachen Wörtern, den knappen Sätzen, den verdichteten Zeilen gelingt es dem Autor in einer Vielschichtigkeit, die nicht zuletzt im Ausgesparten zum Vorschein kommt, Assoziationsräume zu öffnen.

 

 

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