Als Übersetzer und Vermittler zwischen Frankreich und Deutschland reflektiert Georges-Arthur Goldschmidt intensiv und äußerst originell und gebildet das Leben und Denken in zwei Sprachen. In einem für Lana geschriebenen Text antwortet er auf den Essay von Herta Müller, in dem die Autorin die Muttersprache vor die Augen anderer Sprachen hält und daran deren Weltsicht öffnend überprüft. Marco Baschera greift Überlegungen Goldschmidts auf und geht den Möglichkeiten der Mehrsprachigkeit und Übersetzbarkeit nach. Poetologische Betrachtungen, die bei Goldschmidt in psychoanalytischer Nähe die Zwischenräume des Gesagten beleuchten, verantworten bei Joachim Helfer die Frage, ob sich „in einer Sprache, die alles sagen kann, das Eigentliche gerade nicht sagen lässt" und eröffnen so den Bogen von Wittgenstein und Rilke bis Pastior und Goldschmidt.

 

„Boštjans Flug" ist der autobiografisch gefärbte Roman einer slowenischen Kindheit und Jugend, die unauslöschlich von Verlust geprägt wird. Die wichtigsten Stationen der Geschichte, die sich in einer unvergleichlichen Szenenfolge räumlich und zeitlich miteinander verflechten und in Johann Strutz` Übersetzung zu einem erschütternden, ästhetisch faszinierenden Ganzen verbinden, sind: Verschleppung und Deportation der Mutter und ihr Tod im KZ, während der Vater in der deutschen Wehrmacht dient. Heimkehr und zweite Heirat des Vaters, die in mythisch-magische Dimension reichende Welt der sterbenden Großmutter; Einsamkeit und Trauer des jugendlichen Boštjan - und die rettende Begegnung mit der ersten Liebe.

 

 

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