2011 wurde die slowenische Österreicherin Maja Haderlap mit dem Bachmann-Preis ausgezeichnet. Der Text, den sie vortrug, war ein Auszug aus dem Roman, der wenig später unter dem Titel „Engel des Vergessens" erschien. Er wurde sofort mit überschwänglichem Lob der Kritik, mit Begeisterung der Leser und Leserinnen und mit dem Rauriser Literaturpreis belohnt.

Nun stellt die Autorin den Roman auf Einladung der Bücherwürmer und der Bibliothek in Lana vor.  Es ist ein Romandebüt, das mit kraftvoller Poesie von einem Leben in der Mitte Europas erzählt: Geschichten, die uns im Innersten betreffen.

»Maja Haderlap hat eine gewaltige Geschichte geschrieben... Die Großmutter wie noch keine, der arme bittere Vater wie noch keiner, die Toten wie noch nie, ein Kind wie noch keines.« (Peter Handke)

Es ist eine ewige Geschichte zwischen Vater, Tochter, Enkelin und Großmutter. Es gibt da gewaltige Stellen: der Vater, der als Kind zu den Partisanen gegangen ist und als Heranwachsender nicht mehr weiß, zu wem er gehört. Er hat einen Stolz und kann ihn nicht leben. Oder die Großmutter, die im KZ war: Das sind Geschichten, die man in Österreich überhaupt nicht kennt und die nach 70 Jahren endlich erzählt werden. Dann gibt es Passagen, in denen sie ihr eigenes Leben schildert, wie sie von zuhause fortgeht, studiert, ihr Leben lebt. Es ist eine herzergreifende Geschichte.«
(Peter Handke, News, 28/2011)

»»Engel des Vergessens« ist ein Zeitdokument von hoher poetischer Kraft, eine Recherche in den Tiefen der Geschichte, die die Beteiligten immer noch im Griff hat. ... Die Stärke von Maja Haderlaps Roman liegt gerade darin, dass er tief in die Zeiten zurückgeht, um die Gegenwart erkennbar zu machen. Er ist aus einer autobiografischen Erfahrung heraus geschrieben, die sich so wenig simulieren lässt wie in Peter Handkes themenverwandtem »Immer noch Sturm«.«
(Paul Jandl, Literarische Welt, 16.07.2011)

»»Engel des Vergessens« ist weit mehr als eine ethnische und politische Leidens-Saga aus der europäischen Peripherie. Der Roman lässt eine übersehene und vergessene Region in aller kleinteiligen Dichte und Farbigkeit erstehen und erzählt aus der Sicht eines wachen, phantasievollen und aufmerksamen Mädchens die höchst komplexe, poetische, schwierige, bittere und liebevolle Binnengeschichte einer bäuerlichen Familie, die durch ungeahnte Zeitwenden hindurchgeht und von lautlosen, aber gewaltigen Modernisierungsschüben durchgerüttelt wird.«
(Sigrid Löffler, Radio Bremen, 16.08.2011)

»Da weht schon mehr als nur der Geist Peter Handkes durch die Seiten. ... Aus »Engel des Vergessens« spricht ein glaubhafter Schmerz, der in die Gegenwart hinein reicht.«
(Christoph Schröder, Süddeutsche Zeitung, 14.07.2011)

»Beeindruckend und bedrückend ist der Kampf, den Maja Haderlap, die eben den Ingeborg-Bachmann-Preis erhalten hat, in ihrem Roman »Engel des Vergessens« mit den Schreckensbildern ihrer Kindheit führt.«
(Ulrich Greiner, Die Zeit, 21.07.2011)

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