27. August 2026, 20.00
Villa Arnica, Andreas-Hofer-Straße 8, Lana

Eröffnung mit LR Philipp Achammer, BM Helmut Taber, Elmar Locher, Präsident des Vereins der Bücherwürmer; Christine Vescoli, Kuratorin der Literaturtage Lana

Autorenbegegnung mit László Krasnahorkai
Moderation: Gregor Dotzauer

Er ist einer der größten Apokalyptiker der zeitgenössischen Literatur, und tatsächlich hat der ungarische Schriftsteller László Krasznahorkai erst vergangenen Dezember in seiner Nobelpreis-Vorlesung wieder eine Grabrede auf die Hoffnung gehalten. Doch man sollte sich weder von seinem visionären Blick auf ein finsteres, in spätsozialistische Agonie verfallenes Ungarn täuschen lassen, wie er es in seinem Debütroman „Satanstango“ (1985) entwarf, noch von seinem sehr viel realistischeren Eintauchen in die rechtsradikalen Umtriebe in Ostdeutschland, wie er sie in „Herscht 07769“ (2021) schilderte.

Seine Bandwurmsätze enthalten nicht nur ein gehöriges bittererer Komik, sie leben auch von einer Lust am paradoxen Denken, das gerade aus seiner abgrundtiefen Schwärze ein Stück Helligkeit gewinnt. In einem ganz aus den Bewegungen der Sprache geborenen Schreiben, das sich sowohl in seinem Gefangensein wie in seiner Freiheit erlebt, erschafft Krasznahorkai ein Universum von universaler Gültigkeit.

Zwischen den Kräften von Ordnung und Chaos, die bei ihm in ständigem Widerstreit liegen, gilt es, eine Hoffnung wider alle Hoffnung zu bewahren. In dieser „spes contra spem“ von biblischer Dimension steckt auch ein Element von Transzendenz, das Krasznahorkai über viele Jahre in asiatischen Kulturen, insbesondere in Japan gesucht hat. Davon legt unter anderem Roman „Im Norden ein Berg, im Süden ein See, im Westen Wege, im Osten eine Fluss“ (2003) Zeugnis ab. Im Gespräch mit Gregor Dotzauer unternimmt László Krasznahorkai eine Reise durch sein vielgestaltiges Werk.

László Krasnahorkai ( © Doris Poklekowski )
© Literatur Lana, Verein der Bücherwürmer,  Impressum, Privacy, P.Iva: 91000470210