Roberta Dapunt

Foscia sumënza te mi ciorvel,
jora lëdia y spizorëia
rimes sciöche fios sön faü dan stala.


Schwarze Saat in meinem Gehirn,
entschwebt und treibt aus zu Gedichten
wie Holunderblüten vor dem Stall.

„Nauz", ladinisch für „Futtertrog", ist eine Sammlung von Gedichten und Schwarzweiß- Fotografien, die sich dem bäuerlichen Leben im Gadertal in Südtirol widmet. „Nauz" versinnbildlicht für die Lyrikerin und Bäuerin Roberta Dapunt den Alltag im Jahreslauf. 
Die eindringlichen, kruden Bilder vom Schweineschlachten zeugen von großem Respekt vor dem Ereignis und sie werden verwoben mit höchst poetischen Reflexionen und Texten über die Natur, die ländliche Arbeit, die Nähe zu den Tieren, versunkene alpine Welten und alles Kreatürliche. So macht Dapunt den Akt des Tötens, der gesellschaftlich verdrängt wird, sichtbar als einen Vorgang der Tradition und seit alters her wichtigen Teil des bäuerlichen Überlebens.

 

 

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