Sie zählt zu den wichtigen Figuren der deutschen Literaturwelt, die Dichterin, Übersetzerin, Kritikerin und Essayistin Ilma Rakusa. Mehr als 30 Jahre hält ihre Freundschaft mit Lana und nicht viel weniger ihre Nähe zu Meran. Zu ihrem 80. Geburtstag feiern sie die Bücherwürmer im Palais Mamming.
Mit Ilma Rakusa, Cornelius Hell und Jakob Mitterer.
Ilma Rakusa wurde am 2.1.1946 in Rimavská Sobota (Slowakei) als Tochter einer Ungarin und eines Slowenen geboren. Ihre frühe Kindheit verbrachte sie in Budapest, Ljubljana und Triest, aufgewachsen ist sie in Zürich. Nach dem Studium der Slawistik und Romanistik in Zürich, Paris und St. Petersburg wurde sie mit einer literaturwissenschaftlichen Arbeit zum Thema „Studien zum Motiv der Einsamkeit in der russischen Literatur“ zum Doktor der Philosophie promoviert, später war sie Lehrbeauftragte an der Universität Zürich.
Wie kaum eine Andere ist sie, beheimatet in Ost-, Mittel- und Südeuropa, in sieben Sprachen beheimatet. Sie spricht nicht weniger als sieben Sprachen, hat aus dem Ungarischen, dem Serbokroatischen, Russischen und Französischen übersetzt, u.a. Danilo Kiš, Imre Kertész, Peter Nádas, Marina Zwetajewa oder Marguerite Dumas. Als Herausgeberin und Publizistin (Neue Zürcher Zeitung, DIE ZEIT) setzt sie sich vor allem für die Vermittlung der Texte osteuropäischer Autorinnen und Autoren ein. Als sie im letzten Jahr mit dem Merck-Preis für literarische Kritik und Essay ausgezeichnet wurde, kürte die Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ihr „staunenswert breit gefächertes und sprachlich hochsensibles Werk“, das souverän Genre-, Sprach- und Kulturgrenzen überschreite.
Ilma Rakusa kann aber auch auf ein beachtliches literarisches Werk zurück blicken. Zahlreiche Gedicht- und Erzählbände sowie die viel beachteten Erinnerungspassagen „Mehr Meer“ (Literaturverlag Droschl) bezeugen ihr hochsensibles poetisches Gespür, dem nie das diskrete Bewusstsein der geschichtlichen Dimension existenzieller Erfahrungen fehlt.
Ihr jüngstes Buch „Wo bleibt das Licht“ (Literaturverlag Droschl 2025), aus dem Ilma Rakusa in Meran lesen wird, bezeugt die Trauer und das Entsetzen über den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine, die Melancholie über die Flüchtigkeit der Zeit, es spricht über das Alleinsein ebenso wie über den Gemeinschaftssinn, den die Dichterin für lebende wie tote Weggefährten pflegt.
Zur Feier ihres Geburtstags hält der Literaturkritiker und Essayist Cornelius Hell die Laudatio und Jakob Mitterer umrahmt die Feier auf dem Cello.
