N.C. Kaser und Anton Prestele

24.04.2008, 20:30

»klappernd die spuren des fruehlings...«

literarisch-musikalische Klangkomposition für Jazztrio und Sprecher

Begrüßung:
BM Christph Gufler
Kultur.Lana, Hofmannplatz 2

in Zusammenarbeit mit KULTURELEMENTE

N.C. Kaser

Geboren am 19. April 1947 in Brixen, wuchs Kaser in Bruneck auf. Nach kurzer Zeit im Kapuziner Kloster Studium der Kunstgeschichte in Wien; ab 1970 Aufenthalt in Norwegen und Reisen u.a. nach Barcelona, Rom, Apulien, Tunesien und Venedig. Nach Abbruch des Studiums Unterricht in Bergschulen Südtirols, Publikationen von Gedichten und Prosa in diversen Zeitschriften und Anthologien, literarische Auftritte in Südtirol, Innsbruck und Wien; Beitritt zur KPI und Austritt aus der Katholischen Kirche. Kaser starb am 21. August 1978.
Werke: »Band 1: Gedichte.«; »Band 2: Prosa.«; »Band 3: Briefe.« (alle im Haymon Verlag); »Norbert C. Kaser: jetzt mueßte der kirschbaum bluehen. Gedichte, Tatsachen und Legenden. Stadtstiche.« (1991); Hans Haider (Hrg.): »Das Kaser-Lesebuch« (1993); Christian Pixis (Hrg.): »es bockt meine herz« (1993); Christine Riccabona und Benedikt Sauer (Hrg.): »norbert c. kaser« (1998); Raoul Schrott (Hrg.): »N.C. elementar« (2007).

Anton Prestele

Geboren 1949 in Schrobenhausen, lebt als freischaffender Komponist, Dirigent, Regisseur und Interpret musikalisch-literarischer Soloprogramme in München. Mit der Wirtsoper »Heimatlos« (steirischer herbst 1985) Durchbruch im deutschen Sprachraum; Musiktheaterproduktionen und szenische Konzerte: »Sintflut« (nach Herbert Achternbusch); »ich aber/ aus dem dreck herr / schreie ich zu Dir« (nach Gedichten von Norbert C. Kaser); »Carmencita« (nach Prosper Merimce); »Exil« (nach Texten von Oskar Maria Graf) und »Sie bitt’schön, wo brennt’s denn?«(nach Szenen von Karl Valentin). Szenisch-musikalische Soloabende mit Texten von Friedrich Nietzsche bis Hans Magnus Enzensberger, Ein-Mann-Sprechoper nach Texten von Norbert C. Kaser. »Digital Content Award« des Landes Baden-Württenberg für die Interpretation der »Dionysos-Dithyramben« von Friedrich Nietzsche.

Pressestimmen

»Ein außergewöhnlicher Abend mit einer außergewöhnlichen Kunstform: Denn „Kreuzweg“ ist weder Liedzyklus
noch Musiktheater, sondern Neue Musik in neuen (Zwischen-) Räumen.« (Salzburger Neue Kronenzeitung)

»In atonalen Klangkaskaden und opernhaft-dramatisch zeigt »Kreuzweg« Ausschnitte aus dem Leben Kasers
und verdichtet die Verzweiflung einer gepeinigten Seele zu einem außergewöhnlichen Hörerlebnis von wuchtiger Intensität.« (Kärntner Tageszeitung)


»In dieser Intensität werden Literatur und Musik selten dargeboten!« (Neue Kronen Zeitung)


über Anton Prestele als Interpret:
»Prestele packt jeden Laut an seiner sinnlichen Dimension. Wie der Dirigent sein Orchester treibt er die Dynamik der Sprache voran.« (Prinz Stuttgart)
»Furioses Solotheater. Virtuos und ausdrucksstark gibt er seinem Textvortrag eine mit-reißende Dynamik und Dramatik, streut kurze musikalische Untermalungen ein und agiert mit einer fast unheimlichen szenischen
Präsenz.« (Donaukurier Ingolstadt)

sehnsucht

mit roter nase klappernd die spuren
des fruehlings erwarten
mit roter nase ueber pfingsten
gekommen
muehsam schlagen die baeume aus
aus dem kraeutergarten
jammern die salatpflaenzchen
die katzen noch im maerzgeplaerr
jussuf auf befehl in sommeruniform
auf befehl die oefen kalt
klappernd die spuren
des fruehlings
wir trinken
wein

180578

scherzo 10

was man haben muß:

weiße stiefel muß man
haben
und eine kanne voller
schwarzbeeren
und eine floete
und eine kleine freche zeh.

maedchen mit krabben
den korb zwischen arm
und huefte
steht sie da mit freier
offener hand
heischt sie geld
verlangt
und haelt die kitzligen
krabbligen tiere
zum kauf ...

maedchen mit silen
und augen voll wein
sein bauch blaeht sich
im atem
und sie
flieht in den schatten des baumes
worunter er lockend ruht
das kitzeln der brustwolle
auf ihren orangen ...

25.7.69