Poetische Schöpfungen müssen nicht polyglott sein, nur weil ihre Verfasserinnen es sind oder wollen, umgekehrt konnte der übertragungsversierte Paul Celan paradoxal behaupten, seine Sprache gehöre nicht ihm selbst. So stellt sich, über den Topos des literarischen Fremd-Sprechens und das entfremdete Sprechen des Exilierten hinaus, die Frage nach der sprachlichen Einheit des Gedichts, das Idiome nicht bloß verwendet oder verwertet, sondern in der Engführung ausprägt und in der Aufhebung bindet: Sprache aus Sprachen; Sprachen, in Einsprachigkeit übersetzt.
In einer poetisch und theoretisch geschulten Volte stellt Theresia Prammer das Denken in Einsprachigkeit der Mehrsprachigkeit gegenüber.

 

2006, kurz vor der Entgegennahme des Bücher-Preises, verstarb der rumänien-deutsche Dichter Oskar Pastior, dessen Werk zu den eigenständigsten Beispielen zeitgenössischer Lyrik gehört. Vier Jahre nach Pastiors Tod wurde im Spätsommer 2010 eine von ihm unterschriebene Erklärung bekannt, in der er sich 1961 verpflichtete, Informationen an den rumänischen Geheimdienst zu liefern. Dies löste eine heftige, von Spekulationen und Unterstellungen begleitete Diskussion aus. Was aber sagen die Akten darüber aus?
Darüber berichtet Ernest Wichner, langjähriger Freund Pastiors, der in minutiöser Recherche Tausende von Akten der Securitate untersucht hat.

Ulf Stolterfoht und Oswald Egger, die beide Oskar Pastior kannten und ihm auch literarisch verpflichtet sind, tragen kommentierte Lesungen des Dichters vor.

 

 

© Literatur Lana, Verein der Bücherwürmer,  Impressum, Privacy, P.Iva: 91000470210