Brigitta Falkner, deren Werk unentwegt die Scharniere zwischen Bild und Schrift auslotet, beschäftigt sich in ihrem neuen Buch- und Filmprojekt „Strategien der Wirtsfindung" mit der Metamorphose von Dingen: Einzelne Bildelemente werden in Umkehrung des Produktionsprozesses freigelegt und zu einem flirrenden Nebeneinander geordnet. In wechselnden Perspektiven, Blick- und Schlupfwinkeln erfolgen komplexe Interaktionen zwischen Wirt, Parasit und Vektor.
Brigitta Falkner (*1959) lebt in Wien. Zuletzt: „TOBREVIERSCHREIVERBOT - Palindrome" (1998); „Fabula rasa oder Die methodische Schraube" (2001); „Bunte Tuben - Anagramm" (2004); „Populäre Panoramen I" (2010). Beiträge für Zeitschriften und Anthologien. Radiophone und audiovisuelle Arbeiten. Kurzfilme, Comics, Zeichnungen. Einzel- und Gruppenausstellungen.

Michael Donhauser, der Maler unter den Dichtern, gibt in einem für Lana geschriebenen Essay Einblicke in die innere Ikonographie des Dichtens: Es sind zwei Bilder, die sich kaum begegnen und die doch ein Sommer vereint. Es ist nicht allein der Sommer, es ist ein Halbdunkel, das bald aufscheinen lässt, bald in ein milderes Licht setzt, was dann bildlich wird, wenn die Erzählung innehält und das Innehalten sich erzählt. Oder: wenn eine Gegenwärtigkeit das Erinnern aufbricht und als Erinnerung gleichnishaft bleibt.
Michael Donhauser (*1956, Vaduz) lebt seit Mitte der 80er Jahre als freischaffender Autor in Wien. „Zuletzt: „Die Gärten, Paris. 17. Diptychen in Prosa" in Deutsch und Französisch (2002), „Vom Schnee" (2003), „Venedig: Oktober, halbe Sonette" (2003), „Variationen in Prosa" (2013). Darüber hinaus hat er Gedichte von Arthur Rimbaud ins Deutsche übersetzt und zahlreiche Preise erhalten.

Auch in seinem jüngsten Buch zeigt sich Xaver Bayer als Meister der absichtlosen, künstlerisch höchst ergiebigen Stadtwanderung. Wieder konfrontiert er seine Leserinnen mit einem Protagonisten, der sein eigenes Leben zwar nachgerade schwänzt, dafür ungleich mehr sieht als jene, die angeblich mitten im Leben stehen. Dabei beeindrucken Bayers surreale Wahrnehmungsstrategien gerade durch ihre abgrundtiefe Nüchternheit, die es Mal für Mal vollbringt, selbst Anflüge von Weltekel angesichts der Absurdität des Menschlich-Möglichen in ein verstecktes Frohlocken zu verwandeln. So hält dieser Autor, zwischen Schwindel und Slapstick, Wachtraum und Müßiggang, die Fäden des Erzählens doch so stringent in der Hand, dass man sich an Ernst Jandls Bekenntnis zur Kunst als „fortwährende Realisation von Freiheit" erinnert fühlt.
Xaver Bayer (*1977) lebt als freier Schriftsteller in Wien. Er wurde für sein Werk (zuletzt: „Das Buch vom Regen und Schnee" 2007; „Die durchsichtigen Hände" 2008; „Wenn die Kinder Steine ins Wasser werfen" 2011;) mehrfach ausgezeichnet, etwa mit dem Reinhard-Priessnitz-Preis 2004, Hermann-Lenz-Preis 2008 oder dem Förderpreis Literatur Wien 2011.

 

 

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