Als die iranische Dichterin Forough Farrochsad 1968, kaum 32 Jahre alt, starb, hinterließ sie ein Werk, das trotz staatlichen Verbots bis in die Gegenwart hinein gelesen und weiter erzählt wird. So ungeheuer ist die moderne poetische Sprengkraft und so eindrücklich der Widerstand gegen eine konservative Gesellschaft und Moral, dass die Gedichte eine unbeirrbar künstlerische Radikalität erreichen. Heute gilt Farouch Farrochsad als eine der bedeutendsten Dichterinnen der persischen Moderne.
Als Regisseurin zeichnete sie über ein filmisches Meisterwerk über ein Lepra-Ghetto im Norden von Iran, das weltweit Aufsehen erregte - und dem kleinen Hossein das Leben rettete. (www.youtube.com, „The house is black, hochgeladen von Azad Vahabzadeh).

Ein Abend in Lana ist der legendären Perserin gewidmet. Dazu spricht und liest Hossein Mansouri, Farrouchsads Adoptivohn. Elmar Locher und Linda Wolfsgruber, die den schönen Band „Der Vogel ist sterblich" (Bibliothek der Provinz 2007) illustriert hat, begleiten das Gespräch.„Der Vogel ist sterblich"

 

 

Mein Herz ist bedrückt
Mein Herz ist bedrückt,
ich trete auf den Balkon
und meine Finger streichen über die
gespannte Haut der Nacht.
Die Lampen der Beziehung sind erloschen.
Die Lampen der Beziehung sind erloschen.
Niemand wird mich der sonne vorstellen
Niemand wird mich
zu dem Gastmählern der Spatzen mitnehmen.
Behalte den Flug im Gedächtnis
der Vogel ist sterblich.

 

 

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