Eine Dichtung wie eine Droge auf das Urteilsvermögen des Lesers." Eugenio Montale
Andrea Zanzotto ist einer der großen Erneuerer der Lyrik im 20. Jahrhundert. Sein Werk ist, bei aller Radikalität, tief in der italienischen Tradition verwurzelt. Er war Freund der prägenden Künstler der italienischen Nachkriegszeit, wie Pasolini, Montale oder Luzi; er verfasste Gedichte und Libretti für Federico Fellinis Filme Casanova und Das Schiff der Träume.
Dorfspiel enthält früheste Gedichte (aus: Da hinter der Landschaft), einige wenige aus der mittleren Periode und Gedichte aus dem letzten Band Conglomerati und vereint alle zentralen Themen und Leitmotive des umfangreichen Lebenswerkes: die Befragung der Geschichte, die Zerstörung der venetischen Landschaft vom Ersten Weltkrieg bis heute, die Betrachtung der Landschaft mit ihrem Dahinter. Vergessene Personen tauchen auf, Erinnerungen an die Kindheit, den Krieg, das Handwerk, Landschaften, Gedichte in verschiedenen Sprachformen - Hochsprache, Dialekt, vorsprachliches Gestammel.
Die mehrfach ausgezeichneten Übersetzer erschaffen eine eigene sprachliche Vielfalt. Essays begleiten den Band.


Der Gedichtband Dorfspiel von Andrea Zanzotto wurde von der Darmstädter Jury zum Buch des Monats im April 2014 gewählt. „Andrea Zanzotto, der 2011 starb, ist der Dichter einer Gegend, des Veneto, und einer politischen Haltung, des Widerstands gegen den Faschismus. Der 25. April spielt in den hier gesammelten Gedichten eine große Rolle, das Datum, an dem für Italien der 2. Weltkrieg endete. In Zanzottos Gedichten reiben sich die kleinen Realien an der großen Realität." Darmstädter Jury Buch des Monats (Peter Härtling)

 

 

Andrea Zanzotto: Dorfspiel
Aus dem Italienischen von Donatella Capaldi, Maria Fehringer †, Ludwig Paulmichl, Peter Waterhouse
Mit Beiträgen von Donatella Capaldi und Peter Waterhouse
Hg. gem. mit Literatur Lana - Verein der Bücherwürmer und Urs Engeler Editor
Folio Verlag Wien / Bozen 2014

 


Tu sei, mi trascura

Tu sei: mi trascura
e tutto brividi mi lascia la stagione;
fragole a boschi e pomi a perdizione
nelle miriadi delle piogge

La pura estate consumata
dai grandi venti
illuminata dall`amore

e tutta un`altra fioritura
che non significa e non pesa
e questo pomeriggio improvvisato
perché da te mi possa congedare

Con te verde ora
di caligini e raggi
mi salvi, io vedo ancora
tra accecanti ricchezze.

 

 

Programm:

- Begrüßung/ saluto: Marisa Zanzotto
- Lesung und Gespräch/ Lettura e dialogo: Donatella Capaldi, Ludwig Paulmichl, Peter Waterhouse
- Filmausschnitte begleiten die Veranstaltung
- Buffet

 

 

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