Emily Dickinson (1830-1886) entstammte einer politisch einflussreichen Familie in Amherst, Massachusetts. Zurückgezogen lebend, blieb sie durch Lektüre und Korrespondenz mit dem Geist ihrer Zeit eng verbunden. Ihr Werk kam zu früh für die engstirnige puritanische Umgebung. Kein Wunder, dass sie ihre Zeitgenossen auf Distanz und ihre Gedichte unter Verschluss hielt. Heute wird diese kühne poetische Einzelgängerin von einem wachsenden Publikum in aller Welt gelesen und geliebt. Mutig ist ihre Lyrik, frei und radikal im Nachdenken über die Grundfragen unserer Existenz und voller Komik und Spottlust - eine Dichterin der Ekstase, brillante Denkerin und Sprachmusikerin.
Gunhild Kübler, lebt als renommierte Übersetzerin in Zürich und wurde 2008 mit dem Paul-Scheerbart-Preis ausgezeichnet. Jetzt legt sie die erste englisch-deutsche Gesamtausgabe von Dickinsons Lyrik vor.

 

Michael Krüger, ehemaliger Verleger, Dichter, Erzähler und Übersetzer, ist nach Jahrzehnten des vielfältigen literarischen Tuns zu einem Botschafter der Literatur und zu einem poetischen Gewissen Europas geworden. Sein neuer Erzählband bringt Geschichten, deren Figuren allesamt an den Irritationen des Alltäglichen rühren. So frohgemut und selbstsicher sie auftreten, scheitern sie letztlich am Glauben, die Welt sei eine geordnete. Sie alle finden sich früher oder später an dem Punkt wieder, an dem die Wirklichkeit den Blick freigibt auf ihre Bodenlosigkeit. Was dann zum Vorschein kommt, erzählt Michael Krüger in herzbewegender Komik und sanfter Melancholie: von Zuwendung und Abkehr, von Widersprüchen und Harmonie, von Nähe und Distanz.

 

Zbigniew Herbert (1924-1988) zählt zu den großen europäischen Dichtern des 20. Jahrhunderts. Er erlebte die sowjetische und deutsche Okkupation Polens und schloss sich 1943 dem Widerstand an. Zutiefst ergriffen von der Sinnlosigkeit der Kriege, aber auch vom Zauber der alltäglichen Dinge, vermag Herbert die Lyrik, die er nie als bloße Wortkunst verstanden hat, voller Zweifel und Demut zu beseelen. Von den kargen Versen des Debütbandes Lichtsaite bis zum Bericht über eine belagerte Stadt spricht er von der Zerbrechlichkeit des Menschen und der Übermacht einer gewaltverfallenen Geschichte, ohne jemals der Klage zu verfallen.
Ryszard Krynicki gehört zu den wichtigsten Vertretern der zeitgenössischen Poesie Polens, er ist Leiter des renommierten Verlags a5 und übersetzte viele deutsche Autoren ins Polnische. Für sein dichterisches Werk wurde er u.a. mit dem KoÅ›cielski-Preis ausgezeichnet.

 

Benedikt Ledebur, 1964 geboren, lebt als Dichter, Essayist und Übersetzer in Wien. In seiner Arbeit sucht er so vielschichtig und einfallsreich wie luzid und gewandt die Grenzbereiche zwischen Literatur, Kunst und Philosophie auf. Auch in seiner jüngsten Publikation beschäftigt er sich mit dem Verhältnis von bildender Kunst und Literatur, von Realität und ihrer Darstellung, von Sprache und Bild. Er erarbeitet Analogien in der Interpretation von Kunstwerken und Texten in der Analyse von Dieter Roths Sprachkunst oder verfolgt das Nahverhältnis von Raum- und Spracherfahrung im skulpturalen Werk Werner Feiersingers. Etablierte Sehgewohnheiten werden mit mathematischen Erkenntnissen kritisch verknüpft. In seinen Analysen, verortet in aktuellen kunsttheoretischen und philosophischen Diskursen, verliert Ledebur jedoch nie das Kunstwerk aus den Augen.

 

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