Peter Waterhouse wurde als Sohn eines britischen Offiziers und einer Österreicherin 1956 in Berlin geboren, wuchs zweisprachig auf, studierte Germanistik und Anglistik in Wien (Diss. über Paul Celan), wo er seit vielen Jahren lebt. Waterhouse ist einer der stilleren, aber sehr aktiven und von Kennern hoch geschätzten österreichischen Autoren. Er trat 1984 mit dem Gedichtband Menz hervor, veröffentlichte aber auch Essays und beschreibend-erzählende Prosa, zuletzt das monumentale Buch (Krieg und Welt), eine Reise in die Kindheit und Auseinandersetzung mit der schwer greifbaren Gestalt des Vaters, der in der Nachkriegszeit als Geheimdienstagent tätig war. Paul Jandl bezeichnete dieses Buch als „triumphalen Schlag gegen alle verstaubte Väterliteratur". Waterhouse hat sich außerdem als Übersetzer hervorgetan: sieben Bände des englischen Lyrikers Michael Hamburger, Werke von Gerald Manley Hopkins und dem bedeutenden italienischen Dichter Andrea Zanzotto.
Mit außergewöhnlicher Beharrlichkeit setzt der Schriftsteller Peter Waterhouse sein wortgenaues Nachforschungsprojekt der Sprach-Wirklichkeit fort, das er vor vier Jahren mit seinem bedeutenden Werk („Krieg und Welt") zu einem singulären Kulminationspunkt geführt hat. Auch diesmal spielen Fragen der „Übersetzung" eine Schlüsselrolle: denn nicht nur, was gesagt oder geschrieben wird, sondern vor allem, was nicht gesagt wird, obschon es gesagt werden könnte oder sollte, oder was „falsch" gesagt wird, verlangt nach Deutung, Transkription oder Offenlegung. Dabei zeigt sich oft eine unfreiwillige Komik, öfter noch eine verdeckte Absicht.
Als Quelle der Erkenntnis erweisen sich neben einem Roman von Charles Dickens oder Shakespeares Hamlet auch eine in das „Café Haltestelle" verwandelte Busstation im donaustädter Vorort- und Verkaufsgürtel sowie die Berichterstattung der Presse über das besetzte auditorium maximum der Universität Wien oder die eigenmächtige Nutzung eines alten Schulhauses durch junge Menschen in Favoriten und deren Räumung durch die Polizei.