Patriza Cavalli

 

Im Vorwort des neu erschienen Bandes „Diese schönen Tage" beschreibt der Übersetzer Piero Salabè die Dichterin Patrizia Cavalli als eine Poetin in einer „Zeit inzwischen untergegangener gesellschaftlicher Utopien in einer wissenschaftlich erschlossenen, medial-funktionalistischen Epoche". In der Tat fällt die Lyrik von Patrizia Cavalli in einer lakonischen Schwermut und in stillem Einverständnis mit dem zwecklosen Gleichmut der Dinge, die mit dem Lauf der Zeit geschehen, eigenwillig aus der Gegenwart. Sie zielt so kühn und manchmal dreist auf Ursachen von Zusammenhängen ab, wie sie sie in poetischer Kraft wieder aufhebt in den Ernst oder den Scherz einer fundierten  Gelassenheit.

 

Der Kritiker Alfonso Berardinelli schreibt über Patrizia Cavalli:

 

„Die poetische Sprache der Cavalli ist zu pfeilschnellen Aussagen ebenso befähigt wie zu labyrinthischen, syntaktischen Arabesken. Doch sollte nicht außer Acht gelassen werden, daß die erfrischendsten Resultate dieser Dichtung humoristischer Natur sind. [...] Das Glück muß existieren: So lautet der erste Artikel des Gesetzes, das für Patrizia Cavalli die Welt regiert. Allein daß, in der Regel, dieses Glück eben nicht existiert oder momentan abwesend oder aufgeschoben oder unauffindbar ist."

 

Und der Philosoph Giorgio Agamben befindet im Vorwort des zweisprachigen Bandes „Diese schönen Tage": „Eine Sprache, die weder Hymne noch Elegie ist, sondern in ihrem schlafwandlerischen Fortschreiten die genauen Umrisse des Seins berührt."

 

 

aus: MEINE GEDICHTE WERDEN DIE WELT

NICHT VERÄNDERN

 

Jemand sagte mir

sicher werden meine Gedichte

die Welt nicht verändern.

Aber sicher, antworte ich,

meine Gedichte werden

die Welt nicht verändern.