Geboren 1935 in Meran, lebt als freier Autor in Bruneck. Sein Werk wurde mit internationalen Preisen ausgezeichnet, 2001 erhielt er die Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung, 2003 den Hermann- Lenz-Preis, 2005 den Walther von der Vogelweide Preis. Neueste Buchveröffentlichungen: »S MAUL AUF DER ERD ODER DRECKKNUIDELEN KLIABN«. Gedichte, mit Zeichnungen von Luis Stefan Stecher und Audio-CD,
Raetia Verlag (2001); »Der Schmerz der Gewöhnung«.
Roman, Hanser Verlag (2002); »Wir gingen / Cen’andammo«.
Erzählung, Raetia Verlag (2004); »Der Himmel über Meran«.
Erzählungen, Hanser Verlag (2005); »Liebe auf den Kopf gestellt«.
Gedichte, Hanser Verlag (2007).
Programm Symposium "Ästhetische Konzeptionen der Gegenwart"
Der Südtiroler Schriftsteller Joseph Zoderer, der seine Arbeit unaufhörlich an die Frage nach Heimat und Identität bindet und damit politische sowie ideologische Felder der Literatur beschreitet, und Elmar Locher, Präsident des Vereins der Bücherwürmer und Professor für Neuere Literatur in Verona, werden am Freitag, 5. Juni 2009 spezifischen sozialpolitischen Aspekten in der Südtiroler Literatur nachgehen: Zoderers Roman "Der Schmerz der Gewöhnung" (2002) vermisst sehr genau die Distanzen, die sich in der Südtiroler Gesellschaft seit seiner präzisen Erzählung "Die Walsche" (1982) konstituiert haben. War Olga der bedrückenden Enge des Dorfes in die Stadt und in die andere Sprache wie die andere politische Kultur entkommen, so ziehen sich Jul und Mara aus der Stadt, aus der Nähe zur anderen Sprache, in ein Bergdorf zurück und hocken "in einem Berghaus auf dreißig Grad Hangneigung".